Zeitgenössische epistemologische Strategien der Subjektivitätsbildung in der Karibikals Folge von Festlegungsversuchen von Alterität und Selbstbestimmung (Dissertation)


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Juan José Vélez

Verlag
Wissenschaftsverlag Mainz
Stadt
Aachen
Hochschule
Universität Bremen
Stadt der Hochschule
Philosophische Fakultät
Publikationsdatum
2012
Abgabedatum
Februar 2011
Reihe
Concordia Reihe Monographien Band 59
Weiterführender Link
www.Druckservice-Aachen.de
ISBN
3-86130-514-3 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend
Disziplin(en)
Medien-/Kulturwissenschaft
Schlagwörter
Salsa, Karibik, Genealogie, Philosophie

Exposé

Mit der Erforschung der Strategien der Subjektivitätsbildung am Beispiel Kubas und Puerto Ricos leistet das Buch einen Beitrag zum transkulturellen Dialog und Bewältigung ethnisch motivierter Konflikte. Weit verbreitete essentialistische Positionen wurden durch eine transkulturelle Perspektive bzw. den Rückgriff auf eine interdisziplinäre und von der genealogischen Analyse Michel Foucaults geprägte Methode als unzulängliche Konstruktionen entlarvt. Es wurde eine Analyse philosophisch-genealogischen Zuschnitts entwickelt und verwendet um transzendentalle, historisch-teleologische Erzählungen über die Artikulierung kultureller Identitäten in der Karibik zu demontieren.
Im ersten Teil der Untersuchung wurden diskursive Strategien der Subjektivitätsbildung wie Jibarismo. Guajirismo und Afrocaribenismo in der Literatur, Soziologie, Cultural Studies u.a. kontrastierend analysiert und unter Berücksichtigung machttheoretischer Aspekte kritisiert. Die afrokaribische Musik stellt eine bevorzugte Instanz der Subjektivitätsbildung in der Region dar. Im zweiten Teil des Werkes wurde daher, mittels der Reartikulierung von Konzepten aus dem zeitgenössischen Denken, ihre Genealogie geleistet. Dafür wurden u.a. zwei Begriffe neu konzipiert, die in der Philosophie von Michel Foucault bzw. Gilles Deleuze auftauchen: das Dispositiv und das Rhizom. Die philosophisch-genealogische Aufgabe der Arbeit bestand nicht darin, den in den analysierten Diskursen vermeintlich enthaltenen Wahrheitsgehalt begreifbar zu machen. Vielmehr wurden die Dispositive beschrieben, deren Wahrheitseffekte als Legitimierung bestimmter diskursiver Formationen über die kulturelle Identität in der Karibik dienen. Es wurden also die Wahrheits- und die sie begleitenden Machteffekte, die diese Diskurse im Prozess der subjektivierenden Unterwerfung assujettissement produzieren, kritisch untersucht.
Die Untersuchung zeigt wie Salsa in der Praxis als soziokulturell-hybridisierendes Dispositiv funktioniert und somit Alternativen zu den bestehenden Politiken zum Zusamenleben der Kulturen in den globalisierten Gesellschaften bietet. Das Buch ist ein Plädoyer für die Annerkennung der Translokation und des transkulturellen Nomadismus als fruchtbare positive Instanzen der Identitätsbildung.
In unserer sich immer stärker als interkulturell bzw. transkulturell gestaltenden globalisierten Welt wird die Frage nach der Identität paradoxerweise immer wichtiger. Die zu findenden Antworten werden Konsequenzen für das politische und soziale Zusammenleben der Menschen haben. Hier kann der philosophische Diskurs über seine akademische Bedeutung hinaus im konkreten Leben Wege andeuten, wie den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnet werden kann.


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Juan José Vélez
Erstellungsdatum
Donnerstag, 16. April 2015, 16:45 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 16. April 2015, 16:45 Uhr