Die sprachliche Integration rumänischer Einwanderer in Ostspanien (Castellón de la Plana) (Dissertation)


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Patrick Roesler

Verlag
Verlag Dr. Kovač
Stadt
Hamburg
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität
Stadt der Hochschule
Freiburg im Breisgau
Publikationsdatum
2011
Abgabedatum
Juli 2010
Reihe
Studien zur Romanistik, Band 22
Weiterführender Link
http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-6028-9.htm
ISBN
978-3-8300-6028-4 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Rumänisch, Spanisch
Disziplin(en)
Sprachwissenschaft
Schlagwörter
Spanien, Integration, Interviews, Empirische Studie, Migration, Diskursanalyse, Soziolinguistik, Sprachkontakt

Betreuer

Prof. Dr. Rolf Kailuweit


Exposé

Im Zeitalter der weltweiten Mobilität und globalen Vernetzung ist es möglich geworden, dass binnen kurzer Zeit Millionen von Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben ihre Heimat verlassen haben. Durch Migration kommen Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen miteinander in Kontakt. Das Bestreben die Einwanderer erfolgreich zu integrieren stellt daher eine große Herausforderung dar, bietet gleichzeitig aber auch viele Chancen.

Vor allem die Länder Südwesteuropas haben in den letzten Jahren einen ungeheuren Zustrom von Migranten aus wirtschaftlich schwächeren Weltregionen erlebt. Diese romanistische Studie wirft ihrerseits nun einen Blick auf die große Gruppe der rumänischen Einwanderer in Spanien.

Rumänen und Spanier gehören beide zum Kreis der romanischen Völker, sie sprechen ähnliche Sprachen und besitzen ein gemeinsames kulturelles Erbe. Aus diesem Grund fällt es den Rumänen nicht schwer, sich sprachlich und kulturell rasch zu integrieren. Traditionell hat das Karpatenvolk aber ein Image-Problem: Nicht selten werden Rumänen mit Bandenkriminalität, Bettelei und Korruption in Verbindung gebracht.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht will diese empirische Studie daher zweierlei leisten: Einerseits zeigt sie auf, dass die Rumänen keine größeren Schwierigkeiten haben Spanisch zu lernen und dies ihnen zum Vorteil gereicht. Andererseits gibt sie den Migranten eine Stimme: Sie selbst berichten aus der eigenen Perspektive über ihre Identitätsfindung, die Chancen der Integration und auch über den erfolgreichen Kampf gegen das schlechte Image.

Die Untersuchungsergebnisse basieren auf 30 Einzelinterviews, die der Autor mit rumänischen Einwanderern durchführte und anschließend sprachwissenschaftlich und diskursanalytisch auswertete.

(Quelle: Verlag Dr. Kovač)

Inhalt

1 Einleitung
2 Rumänen in Spanien
2.1 Einwanderungs- und Integrationspolitik in Europa
2.2 Einwanderungs- und Integrationspolitik in Spanien
2.3 Rumänen in Spanien
2.4 Rumänen in Castellón
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Migration
3.1.1 Migration als soziales Phänomen
3.1.2 Migration und Sprache
3.2 Sprachkontakt
3.2.1 Bilinguismus
3.2.2 Diglossie
3.3 Integration
3.3.1 Integration und Identität
3.4 Zweitspracherwerb
3.4.1 Lernersprachkompetenz
3.4.2 Code-Switching
3.4.3 Transfer
3.5 Spracherhalt und Sprachwechsel
3.6. Sprach- und Diskursanalyse
3.6.1 Linguistische Analyse der Interviews
3.6.2 Diskursanalyse
3.7 Zusammenfassung
4 Rumänisch und Spanisch im Vergleich
4.1 Sprachvergleich als Methode zur Erkenntnisgewinnung
4.2 Das Rumänische als romanische Sprache
4.3 Das Rumänische als wichtigster Vertreter des Balkansprachbunds
4.4 Das Spanische als romanische Sprache
4.5 Einflüsse aus nichtromanischen Sprachen im Spanischen
4.6 Rumänisch vs. Spanisch
4.6.1 Phonetik und Phonologie
4.6.2 Grammatik und Morphologie
4.6.3 Wortschatz
4.7 Ein Exkurs: Balkanismen im Judenspanischen
4.8 Kastilische Norm vs. Spanisch als Fremdsprache
5 Die Befragung der Informanten
5.1 Methoden der Erhebung sprachlicher und sozialer Daten
5.1.1 Das Interview
5.1.2 Der Fragebogen
5.1.3 Qualitative vs. quantitative Untersuchungen
5.2 Die untersuchte Stichprobe
5.2.1 Die Feldforschungsphase
5.2.2 Bemerkungen zur Transkription der Interviews
5.2.3 Das erstellte Textkorpus
5.2.4 Angaben zu den Informanten
6 Ergebnisse der sprachlichen Analyse
6.1 Allgemeine Charakteristika des von rumänischen Immigranten gesprochenen Spanisch
6.2 Phonetik und Phonologie
6.2.1 Die Phoneme /b, d, g/
6.2.2 Die Phoneme /c, z/ und /s/
6.2.3 Die Phoneme /r/ und /rr/
6.2.4 Die Vokale /ă, â/
6.2.5 Die Phoneme /g, c/ vor /e, i/
6.2.6 Das Phonem /h/
6.2.7 Die Palatalisierung von Vokalen
6.2.8 Das Phonem /v/
6.2.9 Das Phonem /x/
6.2.10 Besonderheiten der Aussprache bei rumänischen Eigennamen
6.2.11 Für das Spanische typische Aussprachemerkmale
6.3 Grammatik
6.3.1 Genus und Artikelgebrauch
6.3.2 Genus- und Numerus-Inkonkordanz
6.3.3 Pluralbildung der Nomina
6.3.4 Verwendung von Präpositionen
6.3.5 Stellung und Form der Pronomen
6.3.6 Bildung von Adverbien
6.3.7 Deontische Verbalperiphrasen
6.3.8 Der Gebrauch von ser und estar
6.3.9 Konjugation der Verben
6.3.10 Tempora und Modi
6.3.11 Reflexivität
6.3.12 Gebrauch der Konjunktionen
6.3.13 Die mehrteilige Verneinung
6.4 Lexikon
6.4.1 Wörter aus der spanischen Umgangssprache
6.4.2 Spezialwortschatz
6.4.3 Semantische Konfusion
6.4.4 Sprachliche Kreativität und Eigenbildungen
6.4.5 Reduplikation zur Bedeutungsverstärkung
6.4.6 Rumänismen
6.4.7 Kultureme
6.4.8 Katalanismen
6.4.9 Anglizismen
6.4.10 Germanismen und Gallizismen
6.5 Die sprachliche Kreativität der Einwanderer
6.6 Kommunikative Lebenswelt und Sprachkompetenz
6.6.1 Gruppe 1: Informanten mit stärker vom Rumänischen beeinflusstem Spanisch
6.6.2 Gruppe 2: Informanten mit sehr guten Spanisch-Kenntnissen
6.6.3 Gruppe 3: Informanten mit guten Spanisch-Kenntnissen
7 Ergebnisse der Diskursanalyse
7.1 Der Traum vom Auswandern
7.2 Auswirkungen der Migration
7.2.1 Negative Auswirkungen einer falschen Vorstellung von Spanien
7.3 Be- und entlastende Faktoren im Zusammenhang mit der Migration
7.3.1 Auswandern als Belastung
7.3.2 Entlastende Faktoren
7.3.2.1 Arbeit als Stabilisator
7.3.2.2 Familienangehörige und Freunde als Stütze
7.3.2.3 Geld als Sicherheit
7.3.2.4 Glück und Schicksal
7.3.2.5 Gott
7.4 Migration und Integration
7.4.1 Sprachliche Integration
7.4.2 Wohlfühlen in Spanien
7.5 Identität
7.5.1 Gruppenzugehörigkeit und Gruppenabgrenzung (I)
7.5.2 Gruppenzugehörigkeit und Gruppenabgrenzung (II): Andere Länder, andere Menschen
7.5.2.1 Frankreich und die Franzosen
7.5.2.2 Deutschland und die Deutschen
7.5.2.3 Rumänien und die Rumänen
7.5.2.4 Spanien und die Spanier
7.5.2.5 Afrikaner, Chinesen und Marokkaner
7.5.3 Kultur und Mentalität
7.5.4 Identität und Heimat
7.5.4.1 Neue Heimat Castellón?
7.5.5 Identität und Sprache
7.6 Der Umgang mit heiklen Themen
7.6.1 Kritik äußern
7.6.2 Rassismus
8 Schlusswort
8.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
8.2 Wirksamkeit und Nutzen der Methoden
8.3 Forschungsausblick
9 Appendix: Ein Transkript-Beispiel
10 Bibliographie
11 Abbildungsverzeichnis

(Quelle: Verlag Dr. Kovač)


Anmerkungen

Gefördert durch ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg.

Ersteller des Eintrags
Patrick Roesler
Erstellungsdatum
Sonntag, 09. November 2014, 20:33 Uhr
Letzte Änderung
Sonntag, 09. November 2014, 20:33 Uhr