Das Haus schreiben (Sammelband)

Bewegungen ökonomischen Wissens in der Literatur der Frühen Neuzeit


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Christina Schaefer Simon Zeisberg

Verlag
Harrassowitz
Stadt
Wiesbaden
Publikationsdatum
2018
Auflage
1
Reihe
Episteme in Bewegung. Beiträge zur einer transdisziplinären Wissensgeschichte, 13
Weiterführender Link
https://www.harrassowitz-verlag.de/Das_Haus_schreiben/titel_5723.ahtml
ISBN
978-3-447-11074-7 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Italienisch, Französisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Theater, Frühe Neuzeit, Barock

Exposé

Schriften zur Oeconomia definieren ein weitverbreitetes Genre frühneuzeitlicher Unterweisungsliteratur, deren Erfolg auf dem Versprechen basiert, ein Wissen zu vermitteln, das den Lesern die rechte Führung der Hauswirtschaft und der Familie ermöglicht. Bezugspunkt sämtlicher Diskurse ist dabei das Haus, das als stabile Institution des ordo für die Geltung des mit ihm assoziierten Wissens bürgt. Aufgrund dieser selbstgegebenen Stabilitätsanmutung wurde die Ökonomie-Literatur in der Forschung häufig als etwas rezipiert, das sich von der Antike bis in die Frühe Neuzeit in seinen Grundzügen nur wenig verändert habe. Dieses Bild gilt es insofern zu hinterfragen, als ein genauerer Blick auf die Texte zeigt, dass auch dort, wo Wissen in der Tradition stabil erscheint, Bewegung und Wandel herrschen.
Der Band widmet sich offenen wie subkutanen Bewegungen ökonomischen Wissens in der frühneuzeitlichen Literatur Frankreichs, Englands, Italiens und des deutschsprachigen Raums. Ausgehend davon, dass die Frage nach dem Status und der Funktion ökonomischen Wissens der Frühen Neuzeit von jener nach den Verfahren seiner Diskursivierung nicht zu trennen ist – gleich, ob es dabei um die Iteration traditioneller Wissenselemente der christlich- aristotelischen oeconomia Lehre geht oder um die Integration anderer Wissensformen und –diskurse, beispielsweise die eines frühneuzeitlichen Erfahrungs– und Handlungswissens, dessen Status im Verhältnis zur Überlieferung erst ausgehandelt werden muss. Der Band führt literatur- und wissensgeschichtliche Perspektiven zusammen und versucht, diskursiven, sozio-politischen, religiösen und genderspezifischen Bedingtheiten des Wissenstransfers gleichermaßen Rechnung zu tragen.

Inhalt

Abbildungsverzeichnis
Christina Schaefer/Simon Zeisberg: Einleitung

I. Soziale Beziehungen im Haus
Rüdiger Schnell: Concordia im Haus – Vielfalt der Diskurse (1300–1700)
Anita Traninger: Herr und Knecht. Inszenierungen des Verhältnisses zur Dienerschaft
bei Lando, Montaigne, Alfieri und Larra

II. Haus und Geschlecht
Margarete Zimmermann: Von monastischen und weltlichen ‚Häusern‘. Denkformen des ‚Hauses‘
im Werk der Christine de Pizan
Doris Ruhe: Zählen und Erzählen. Weibliche Ökonomie in den
Fabliaux
Christina Schaefer: Weibliche prudentia auf der Bühne. Zur Inszenierung ökonomischer Konzepte in Paolo Caggios
Flamminia prudente (1551)

III. Haus und Staat
Claudia Opitz-Belakhal: Vom oikos zum ménage. Antikerezeption und -revision in Jean Bodins
Six livres de la République (1576)
Michael Lorber: Hofökonomie als Biopolitik. Johann Joachim Bechers „Werckhauß“-Projekt
(1664 –1683)

IV. Haus und Markt
Verena Olejniczak Lobsien: Verrückte Welt. Das Ende der Ökonomik im Theater Shakespeares
und Middletons
Anne Enderwitz: Eifersucht und Oeconomia im englischen Theater der Frühen Neuzeit
Daniel Fulda: Ökonomisches Wissen auf der Bühne. Die Komödie und der Übergang
von der alteuropäischen zur modernen Ökonomik

V. Subversive Schreibweisen
Tobias Bulang: Apodiktische Setzung und narrative Perspektivierung
Die Lehre vom Haushaben in Wittenwilers Ring
Simon Zeisberg: Bacon in Braubach oder Das Nicht-Wissen des Gelehrten vom Reichwerden
Johann Balthasar Schupps satirische Dissertation
De Arte Ditescendi (1648)


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Christina Schaefer
Erstellungsdatum
Donnerstag, 14. März 2019, 09:37 Uhr
Letzte Änderung
Samstag, 16. März 2019, 10:26 Uhr