Entzauberte Städte (Institutionalisiertes Forschungsprojekt)

Urbaner Raum und Migration in der französischsprachigen Gegenwartsliteratur


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Montag, 01. Februar 2016
Projektende
Mittwoch, 31. Januar 2018
Status
laufend
Weiterführender Link
https://blogs.uni-bremen.de/entzaubertestaedte
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Schönheitssalon, Transkulturalität, Stadtsoziologie, Topos, Motiv, Kriminalroman, Genderkonstruktion, Sans- Papiers, littérature SDF, Migration, Raum, Metropolen

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Gisela Febel Karen Struve Elena Tüting Anna-Katharina Ries Katia Harbrecht


Exposé

Entzauberte Städte
- Urbaner Raum und Migration in der französischsprachigen Gegenwartsliteratur

Paris, Marseille, Bordeaux. Französische Metropolen sind traumhafte Orte, voller Kultur und Geschichte, mit glänzenden Lichtern und Altbauten, die ihnen ihren Charme verleihen. Doch wie sieht die andere Seite aus – jenseits von Wunschbild und Idealisierung? Wie verändern sich die Raumerfahrung, die Sensibilität und Wahrnehmung gegenüber der Stadt im Blick von Migrant*innen, von Sans-Papiers oder SDF? Wie verändert sich die Metropole selbst durch die wachsende Migration? Welche Bedeutung nimmt sie als Lebensraum für ein Leben in der Illegalität ein?

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt „Entzauberte Städte“, unter der Leitung von Prof. Dr. Gisela Febel und Dr. Karen Struve, mit Schwerpunktvorhaben und den Promotionsprojekten von Elena Tüting, Anna-Katharina Ries und Katia Harbrecht nach.

Migrant*innen, illegalen Einwander*innen, Flüchtlinge und Menschen ohne festen Wohnsitz, deren zunehmende Präsenz in den Metropolen im Zuge von Globalisierung und Massenmigration nicht übersehen werden kann, die individuell nach ihren Plätzen in der Metropole suchen und diese besetzen müssen, verfügen über differente Raumerfahrungen. Der andere Blick auf die Metropolen führt zu einem Schreiben, welches durch die Perspektivierung gewandelt/verändert ist und so eine ganz eigene Art von Literatur formt. Doch diese hochaktuelle und brisante Literatur ist bisher weitgehend unbeachtet geblieben. Erstmals soll nun mit ihr und durch sie nach den spezifischen Bildern, Lebenspraxen und Perspektiven, mit denen die Urbanität erlebt wird, gefragt werden. Das Erkenntnisinteresse des Forschungsprojektes besteht in der Untersuchung neuer Formen und Nutzungsweisen des urbanen Raumes aus der Perspektive dieser marginalisierten Gruppen sowie in der Herausarbeitung der besonderen Topoi, Verfahren(sweisen) und literarischen Komponenten, welche die ‚Entzauberung der Metropole’ in der französischen Gegenwartsliteratur modulieren.

In diesem Sinne werden sowohl der urbane Raum als Motiv in der Literatur, die literarische Metropole respektive die fiktionale Konstruktion von urbanem Großstadtraum, als auch die veränderte Perspektivierung zum Gegenstand der einzelnen Untersuchungen. Der aktive Beitrag, den die Autor*innen der fokussierten Gruppierungen hinsichtlich der Darstellung und Rezeption urbaner Räume leisten, ist bisher noch nicht gesehen worden und kann vielleicht auch erst in den Blick genommen werden, wenn sich die Analysen methodisch nicht allein auf soziologische oder ethno-kritische Verfahren stützen. Migrations- und stadtsoziologische Ansätze werden mit postkolonialen und transkulturellen Reflexionsmethoden und den Konzepten des Raums verbunden, um damit die Lebenserzählungen im urbanen Raum zugleich jenseits und eingedenk ethnischer Differenzen zu fokussieren sowie in den einzelnen Vorhaben des Forschungsprojektes fruchtbar zu machen.
Um die vielfältigen Facetten der Thematik beleuchten zu können, setzt das Forschungsprojekt fünf Schwerpunkte:

  • Die postkoloniale Stadt der Frauen. Urbaner Raum und transkulturelle Genderkonstruktionen in der frankophonen Literatur von Miano, N’diaye, Diome u.a. (Projekt von Prof. Dr. Gisela Febel)
  • Der „salon de coiffure/de beauté“ als urbaner Verhandlungsraum von Körper-Stadt-Geschichten (Projekt von Dr. Karen Struve)
  • Illegale Stadtnomad*innen. Urbane Räume in der aktuellen „littérature SDF“ Frankreichs (Promotionsprojekt von Elena Tüting)
  • Die Stadt als Archipel. Fiktionen und Berichte der Sans-Papiers und der Spatial Turn in der frankophonen Paris-Literatur der Gegenwart (Promotionsprojekt von Anna Katharina Ries)
  • Heiter bis tödlich – Meteorologische Phänomene im französischen Kriminalroman (Promotionsprojekt von Katia Harbrecht)

Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite „Entzauberte Städte – Urbaner Raum und Migration in der französischsprachigen Gegenwartsliteratur“: https://blogs.uni-bremen.de/entzaubertestaedte

Das Projekt wird gefördert von der Zentralen Forschungsförderung der Universität Bremen.

Laufzeit: 2016-2019


Anmerkungen

Fokusprojekt

Ersteller des Eintrags
Katia Harbrecht
Erstellungsdatum
Mittwoch, 26. April 2017, 08:33 Uhr
Letzte Änderung
Mittwoch, 26. April 2017, 08:48 Uhr