L'Art du rire. Zur Genese, Faktur und Funktion der comédie contemporaine (Promotionsprojekt)


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Donnerstag, 01. Oktober 2015
Projektende
Montag, 08. März 2021
Status
abgeschlossen
Hochschule
Universität Hamburg
Stadt der Hochschule
Universität Hamburg
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Yasmina Reza, Gattungspoetik

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Christiane Müller-Lüneschloß

Passiv beteiligte Person(en)

(z.B. Betreuer, Berater)

Marc FöckingSilke Segler-Meßner


Exposé

Einreichung der Dissertationsschrift am 23.09.2020; Verteidigung am 08.03.2021.

L’Art du rire. Zur Genese, Faktur und Funktion der comédie contemporaine

Die Dissertation stellt die Ästhetik komischer Dramen aus Frankreich von den 1970er-Jahren bis zur extremen Gegenwart ins Zentrum, mit dem Ziel, inhaltliche und formale Bezugspunkte zu einem literarischen Langzeitphänomen der französischen Kultur zu eruieren: der comédie. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Beobachtung, dass sich den avantgardistischen und postdramatischen Dekonstruktionstendenzen des 20. Jahrhunderts zum Trotz jüngst eine Rückkehr der Komödie andeutet, besonders seit Yasmina Rezas internationalem Theatererfolg « ART » (1994). Solchergestalt tragikomische Theatralisierungen von Familien- und Freundschaftskrisen sind mittlerweile nicht nur im französischen Drama, sondern auch im Film ubiquitär.

Diesem Spannungsfeld, also der Rekurrenz generischer Merkmale ausgehend von der französischen Klassik gegenüber poetologischen Krisen und Aktualisierungen im französischen Drama, begegnet die Dissertation durch die vergleichende Lektüre historischer und gegenwärtiger Dramentexte. Während das erste Kapitel den im Wesentlichen strukturalistisch geprägten Komik- und Komödiendiskurs auf der theoretischen Ebene überarbeitet, wird im zweiten Kapitel das seit dem 18. Jahrhundert debattierte ‚Ende‘ der Komödie durch die Analyse theaterhistorischer Dokumente und exemplarischer komischer Dramatik aus den unterschiedlichen Epochen (Klassik/ Rokoko/ Boulevard/ Avantgarde/ Gegenwart) widerlegt. Den zahlreich neu gegründeten Privattheatern im Paris der Moderne kommt hier insofern eine besondere Rolle zu, als sie zwar bis heute als reges Komödienatelier fungieren, durch ihre Nähe zum Boulevard jedoch die Fortschreibungen der Gattung verwässern. Den daraus resultierenden prekären Stand der comédie im Gegenwartstheater konfrontiert die Studie, indem sie eine Auswahl zeitgenössischer komischer Dramen (1968-2010) auf ihre “Familienähnlichkeiten” (vgl. hierzu Hempfer 1973 u. zuletzt 2018) zu den historischen Gattungen untersucht. Welche Merkmale also erweisen sich als ahistorische Konstanten? Welche Funktionswechsel sind demgegenüber in den Textästhetiken zu erkennen, auch angesichts des gesellschaftlichen Wandels? Auf welche Weise machen die historischen und zeitgenössischen Texte etwa den komödientypischen familiären Kosmos fruchtbar, um eine satirische Gegenbildlichkeit zu kreieren? Welche rhetorischen Strategien, Schreibweisen, Stilmittel, darunter Travestie, Parodie und Ironie, setzen die Texte dabei ein?


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Christiane Müller-Lüneschloß
Erstellungsdatum
Freitag, 16. Oktober 2020, 12:21 Uhr
Letzte Änderung
Dienstag, 06. Juli 2021, 16:53 Uhr