Antonio Gramsci: Literatur und Kultur (Sonstiges)

Herausgegeben im Auftrag des Instituts für kritische Theorie von Ingo Lauggas


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Ingo Lauggas

Publikationsdatum
Juni 2012
Weiterführender Link
http://homepage.univie.ac.at/ingo.lauggas/gramscireader
Thematik nach Sprachen
Sprachübergreifend, Französisch, Italienisch
Disziplin(en)
Medien-/Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

Exposé

Eine dem Anspruch nach aufklärerische und/oder eingreifende Kulturforschung kommt an Gramsci nicht vorbei. Der Begriff ›Kultur‹ gehört mit ›Hegemonie‹ und ›Intellektuelle‹ zu den zentralsten der Gefängnishefte. Die Reformulierung des Kulturbegriffs macht Gramsci bis heute zum unverzichtbaren Theoretiker etwa für die Cultural Studies. Gramscis Auseinandersetzungen mit Popularliteratur, Zeitungen und Fortsetzungsromanen, volkstümlicher und Kriminalliteratur stecken voll interdisziplinärem Kontext und sind erhellend für ein politisches Literaturstudium. Die Erörterungen zu Benedetto Croce und zur zeitgenössischen Literaturkritik, zu Tolstoi, Manzoni und zum Theater Pirandellos sowie immer auch zu den Intellektuellen und ihrer Geschichte geben zeitlos wertvolle Anstöße. Gramscis Notizen bieten eine hervorragende Schulung für das denkende Durchdringen und Verstehen von Kultur und Gesellschaft heute.

Inhalt

»Dass man, um genau zu sein, von Kampf für eine ›neue Kultur‹ reden muss und nicht für eine ›neue Kunst‹ (in unmittelbarem Sinn), scheint offenkundig. Man kann vielleicht nicht einmal sagen, man kämpfe für einen neuen Inhalt der Kunst, weil dieser nicht abstrakt, von der Form getrennt, gedacht werden kann. Für eine neue Kunst kämpfen würde bedeuten, für die Hervorbringung neuer Künstlerindividuen zu kämpfen, was absurd ist, weil Künstler nicht künstlich hervorgebracht werden können. Es muss von Kampf für eine neue Kultur gesprochen werden, das heißt für ein neues moralisches Leben, das eng an eine neue Intuition vom Leben gebunden sein muss, bis diese eine neue Empfindungs- und Sichtweise der Wirklichkeit und somit eine Welt wird, die zumindest wesensgleich ist mit den ›möglichen Künstlern‹ und den ›möglichen Kunstwerken‹.«
Antonio Gramsci


Anmerkungen

Mit einem Vorwort von Birgit Wagner und einer Einleitung des Herausgebers

Ersteller des Eintrags
Ingo Lauggas
Erstellungsdatum
Donnerstag, 14. Juni 2012, 12:34 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 14. Juni 2012, 12:34 Uhr