Französischlehrwerke im Deutschland des 19. Jahrhunderts (Dissertation)

Eine Analyse aus sprachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und kulturhistorischer Perspektive


Allgemeine Angaben

Autor(en)

Aline Willems

Verlag
Ibidem
Stadt
Stuttgart
Hochschule
Universität Trier
Stadt der Hochschule
Trier
Publikationsdatum
2013
Abgabedatum
Dezember 2012
Reihe
Romanische Sprachen und ihre Didaktik 46
Weiterführender Link
http://www.ibidemverlag.de/Reihen-Schriftenreihen-Institutsreihen/Romanische-Sprachen-und-ihre-Didaktik/Franzoesischlehrwerke-im-Deutschland-des-19--Jahrhunderts-1564.html
ISBN
978-3-8382-0501-4 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Französisch
Disziplin(en)
Sprachpraxis, Medien-/Kulturwissenschaft, Fachdidaktik, Sprachwissenschaft
Schlagwörter
historische Lehrwerkanalyse

Betreuer

Johannes Kramer Andre Klump


Exposé

Wie der deutsche Jüngling zum beredten Franzosen wurde – dies ist die Leitfrage der umfangreichen Analyse von Knabenlehrwerken des 19. Jahrhunderts aus Deutschland. Ein kurzer historischer Überblick über die Geschichte des Französischunterrichts in Deutschland und die Entwicklung der verschiedenen Schultypen im 19. Jahrhundert leitet die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Französischlehrbüchern ein. Aline Willems analysiert die Primärwerke bekannter Sprachmeister – wie Meidinger, Seidenstücker oder Ploetz – aus fünf verschiedenen Perspektiven, um die Entwicklung der Gattung im Laufe der Epoche zu zeigen, welche vom grammatiktheoretischen, didaktisch-methodischen, politischen und kulturhistorischen Wandel beeinflusst wird. Dabei beleuchtet sie vor allem auch den Übergang von der klassischen Grammatik-Übersetzungs-Methode (GÜM), die sie in ihrer sehr heterogenen Ausprägung darstellt, zur Reformmethode. Unter anderem zeigt Willems dabei auf, dass bereits zur Zeit der GÜM von einigen Lehrbuchautoren alternative Vorschläge zu Unterrichtsinhalten und -methoden entwickelt wurden, um den Kindern den Erwerb kommunikativer Kompetenzen in der Zielsprache zu erleichtern, anstatt den Fokus des Fremdsprachenunterrichts nur auf die formale Bildung zu legen. Außerdem macht sie deutlich, dass einige Verfasser ihre Werke mitnichten ausschließlich dem Unterricht der fremden Sprache widmen, sondern diese zusätzlich als Medium eines andauernden sprachtheoretischen Diskurses nutzen.
Willems‘ Untersuchung des historischen Korpus unterstreicht auch für den Bereich des Schulbuches, das bis heute oft als zentrales Medium des Unterrichts betrachtet wird, dass Neuerungen nicht im Vakuum entstehen, sondern durch Variation bereits bekannter Elemente. In diesem Sinne können und sollten Erkenntnisse der historischen Schulbuchforschung auch aktuelle Diskussionen um Lehrmethoden und -ziele im Zeitalter von Bildungsstandards positiv beeinflussen.


Anmerkungen

Die Drucklegung wurde dankenswerterweise unterstützt durch einen Förderpreis des Freundeskreises Trierer Universität e.V., gestiftet durch die Nikolaus Koch Stiftung.

Ersteller des Eintrags
Aline Willems
Erstellungsdatum
Donnerstag, 12. Dezember 2013, 10:29 Uhr
Letzte Änderung
Donnerstag, 12. Dezember 2013, 10:29 Uhr