Mehrsprachigkeit im Unterricht der romanischen Sprachen (Sammelband)

Neue Konzepte und Studien zu Schulsprachen und Herkunftssprachen in der Migrationsgesellschaft


Allgemeine Angaben

Herausgeber

Daniel Reimann Marta García García Manfred Prinz

Verlag
Narr
Stadt
Tübingen
Publikationsdatum
2020
Auflage
1
Reihe
Romanistische Fremdsprachenforschung und Unterrichtsentwicklung 16
Weiterführender Link
https://www.narr.de/mehrsprachigkeit-im-unterricht-der-romanischen-sprachen-18385/
ISBN
978-3-8233-8385-7 ( im KVK suchen )
Thematik nach Sprachen
Spanisch, Italienisch, Französisch
Disziplin(en)
Fachdidaktik, Sprachwissenschaft
Schlagwörter
sprachvernetzender Fremdsprachenunterricht, Herkunftssprachen, Mehrsprachigkeitsdidaktik, Mehrsprachigkeit

Exposé

Mehrsprachigkeit ist seit Jahrzehnten eines der zentralen sprachen- und bildungspolitischen Anliegen der Europäischen Gemeinschaft bzw. der Europäischen Union, Mehrsprachigkeitsdidaktik seit nunmehr beinahe drei Jahrzehnten eines der zentralen Forschungsfelder der deutschsprachigen Fremdsprachendidaktik. Der romanistischen Fremdsprachendidaktik kam bei der Entwicklung mehrsprachigkeitsdidaktischer Ansätze bezogen auf schulischen Fremdsprachenunterricht insofern eine Vorreiterrolle zu, als die romanischen Sprachen beinahe die einzige Sprachenfamilie darstellen, aus der regelmäßig mehr als eine Fremdsprache im Laufe einer Schullaufbahn erlernt werden kann (z.B. Französisch als zweite und Italienisch oder Spanisch als dritte Fremdsprache). Zugleich wird landläufig festgestellt, dass die Anliegen der Mehrsprachigkeitsdidaktik noch immer zu wenig Eingang in die (Schul-) Praxis gefunden haben. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Veränderungen in der Schülerschaft ergeben, aufgrund derer Mehrsprachigkeitsdidaktik „neu gedacht“, d.h. theoretisch und konzeptionell weiter entwickelt, weiter beforscht und unterrichtspraktisch ausgestaltet werden muss. Insbesondere ist hier auch die sprachliche Heterogenität der Schülerschaft – wie auch, in zunehmendem Maße, der Lehrerschaft – zu nennen, welche die Lernvoraussetzungen im Fremdsprachenunterricht mit bedingt und in der Lehrerausbildung mit berücksichtigt werden muss. Mehrsprachigkeitsdidaktik kann sich also nicht mehr nur auf Vernetzung von Schulfremdsprachen untereinander beziehen, sondern muss die Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler mit einbeziehen. Die vorliegende Publikation versammelt konzeptionelle Entwürfe und empirische Studien gerade auch mit Blick auf „blinde Flecken“ der Mehrsprachigkeitsdidaktik. Dabei werden u.a. aktuelle Fragestellungen zur Entwicklung des Konzepts Mehrsprachigkeit als Lernvoraussetzung und als Bildungsziel formuliert, empirische Befunde zur Vernetzung schulischer Fremdsprachen mit Fokus auf Produktion und Interaktion diskutiert (bes. Englisch / Französisch), empirische Erhebungen sowie praxisorientierte Entwicklungsprojekte zur Integration der Alten Sprachen und der romanischen Sprachen vorgestellt, die Berücksichtigung von Herkunftssprachen einschließlich der Konstellation „Herkunftssprache = Zielsprache“ („Muttersprachler“) im Fremdsprachenunterricht empirisch ergründet sowie schlussendlich auch der Aspekt der Interaktion in sprachsensiblen und nachhaltigen, teilweise auch in bilingualen Unterrichtssettings sowie hochschuldidaktische Aspekte der Lehrerbildung beleuchtet.

Inhalt

Neue Konzepte und Studien zu Schulsprachen und Herkunftssprachen in der Migrationsgesellschaft

Marta García García / Daniel Reimann
Mehrsprachigkeit im Unterricht der romanischen Sprachen – Forschungsstand und neue Konzepte zur Vernetzung von Schulsprachen und Herkunftssprachen in der Migrationsgesellschaft

Aktuelle Fragestellungen zu Mehrsprachigkeit als Lernvoraussetzung und als Bildungsziel

Birgit Schädlich
Mediatorisches Handeln und Symbolische Kompetenz: Ansätze für reflektierte Mehrsprachigkeit in antinomischen Spannungsfeldern schulischen Fremdsprachenunterrichts

Anna Schröder-Sura
Der Referenzrahmen für Plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen im Fremdsprachenunterricht – Anmerkungen zur Publikation der deutschsprachigen Fassung des REPA

Theoretische, empirische und unterrichtspraktische Erweiterungen des Konzepts I:
Alte Sprachen, Englisch und schulische Mehrsprachigkeit mit Blick auf die romanischen Sprachen

Katharina Wesselmann
Latein, Mehrsprachigkeit, Kulturgeschichte: Das neue Lehrbuch Aurea Bulla

Lukas Eibensteiner / Johannes Müller-Lancé
I am aprendiendo linguam hispanicam. Eine Untersuchung zum metasprachlichen Bewusstsein von Spanischlernenden

Giuseppe Manno / Mirjam Egli Cuenat
Congénères dans la réception et la production de textes en français langue senconde et tertiaire en Suisse alémanique: perspectives acquisitionnelles et didactiques

Theoretische, empirische und unterrichtspraktische Erweiterungen des Konzepts II:
Herkunftssprachen und Fremdsprachenunterricht

Amina Kropp
„Sprachenvernetzung als Ressource?“ Eine Interviewstudie mit Lernenden und Lehrenden zu herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit und mündlichem Produktionstransfer im schulischen Fremdsprachenunterricht

Katja F. Cantone
Italienischstämmige SchülerInnen im Fremdsprachenunterricht Italienisch: Spracherwerb und Spracherhalt im mehrsprachigkeitsdidaktischen Kontext

Daniel Reimann
Kinder und Jugendliche mit zielsprachlichem Hintergrund im Fremdsprachenunterricht. Ergebnisse einer qualitativen Pilotierung (Schwerpunkt Spanisch, mit Ausblicken auf weitere romanische Sprachen, insbesondere Französisch)

Theoretische, empirische und unterrichtspraktische Erweiterungen des Konzepts III:
Konzeptionelle Anregungen zur Entwicklung eines sprachsensiblen Fremdsprachen- und Fachunterrichts mit Fokus auf Bilingual Education

Christian Koch
Die Educación Intercultural Bilingüe in den Andenländern als Unterrichtsgegenstand zur Thematisierung herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit im Spanischunterricht

Marta García García
Hablando de política – Urteilsbildung und Argumentation im sprachsensiblen Bilingualen Politik- und Wirtschaftsunterrich

Förderung der Mündlichkeit in sprachsensiblen und nachhaltigen Unterrichtssettings

Clémentine Abel
Suprasegmentalia im Französischunterricht: Skalen und Niveaubeschreibungen auf dem Prüfstand

Carine Greminger Schibli / Lilli Papaloizos
Enseignement du FLE et apprentissage de quelques genres textuels oraux avec le modèle AMI

Manfred Prinz
Mehrsprachigkeit versus Vielsprachigkeit. Überholte Dichotomien versus Identitäten des glissando. Soziolinguistisch-didaktisch-musikologische Überlegungen am Beispiel von Liedern auf Cabo Verde und La Réunion

Hochschuldidaktische Aspekte – Lehrerbildung:
Mehrsprachigkeit und Ausbildung fremdsprachlicher Lehrkräfte

Gutjahr, Jacqueline / Bogner, Andrea
Sprachenbiographische Lehrforschungsprojekte als Ausgangspunkt für die Reflexion sprachenpolitischen Handelns

Giulia Pelillo Hestermeier / Ute von Kahlden
Multilinguale und transkulturelle Medienkommunikation in der Fachdidaktik der romanischen Sprachen


Anmerkungen

keine

Ersteller des Eintrags
Daniel Reimann
Erstellungsdatum
Montag, 04. Mai 2020, 08:59 Uhr
Letzte Änderung
Sonntag, 10. Mai 2020, 15:02 Uhr