Stadt: Osnabrück

Beginn: 2019-11-29

Ende: 2019-11-29

Authentizität ist ohne Zweifel ein ebenso viel verwendetes wie vieldeutiges Konzept. Aus verschiedenen Perspektiven wird sein Status als „Cluster-Begriff“ (Wenninger 2009: 25) und „catchword“ (Schmidt 2014: 24) betont. Darüber hinaus heben nicht wenige, insbesondere literatur- und kulturwissenschaftliche, Untersuchungen zur Authentizität die strukturelle Paradoxie dieses Konzeptes hervor, die es zwischen Individualitäts- und Beglaubigungskategorie (vgl. Knaller 2007: 21) sowie zwischen Inszenierung und Echtheit (vgl. Schultz 2003: 11) oszillieren lässt.
Die Veranstaltung verfolgt eine dezidiert interdisziplinäre Perspektive und greift Diskussionen des Authentizitätskonzeptes aus den Literatur- und Kulturwissenschaften ebenso auf wie Ansätze der Fachdidaktik und der Sozialwissenschaften. Auf diese Weise wird eine weitergehende Öffnung insbesondere der bestehenden literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschungsperspektiven angestrebt. Ein Schwerpunkt soll auf Authentizität als Handlungskonzept liegen. Von einem solchen praxeologischen Standpunkt aus können die Bedingungen und Implikationen von Authentifizierungspraktiken zu verschiedenen Zeitpunkten und in unterschiedlichen Kulturräumen, Medien und Akteuren in den Blick genommen werden. Das paradoxe Gemachtsein von Authentizität wird so in einen transversalen Vergleich gestellt.

Programm

10:15 – 10:30 Begrüßung und Einführung
10:30 – 11:15 Mark Bechtel (Osnabrück): „Authentizität im Französischunterricht“
11:15 – 12:00 Peter Schneck (Osnabrück): „Echtheit und Eigenwillen: Zur authentischen Selbsterfahrung im amerikanischen Realismus des 19. Jahrhunderts“
12:00 – 12:45 Michaela Keck (Oldenburg): „Paradoxien von Authentizität: Einblicke in Edward Hoppers Inszenierung amerikanischer Lebenswelten“
12:45 – 14:15 Mittagessen
14:15 – 15:00 Mark Minnes (Berlin): „Moral, Milieu, Material: Schmutz als Authentizitätsmarker in Literatur und Kunst“
15:00 – 15:45 Antonie Schmiz (Berlin): „Die Produktion von Authentizität in der ethnisierten Gastronomie“
15:45 – 16:30 Berit Callsen (Osnabrück): „Zur Herstellung von Authentizität in Selbst- und Weltverhältnissen: Echtheit, Versehrtheit und Differenz bei Guadalupe Nettel“
16:30 – 17:00 Abschlussdiskussion

Ort
Seminarstraße 19 a/b
49074 Osnabrück
Raum 02/E05

Konzept und Organisation
Jun.-Prof. Dr. Berit Callsen
Universität Osnabrück
Institut für Romanistik/Latinistik
Romanische Kulturwissenschaft
Tel.: +49 541 969 4304
E-Mail: berit.callsen@uni-osnabrueck.de

Beitrag von: Berit Callsen

Redaktion: Christoph Behrens